Geschichte

Zum Inhalt und zur Entstehung des Buches über die Merowinger

Die Merowinger-Dynastie - Gründer und souveräne Regenten eines Großreiches

Nachdem das Weströmische Reich im 5. Jahrhundert n.Chr. zusammengebrochen und die römische Militärmacht vertrieben war, nahmen die Merowinger, eine mächtige fränkische Königs-Dynastie, die Geschicke Westeuropas in die Hand. Sie regierten über etwa 300 Jahre, sind aber in unserem Geschichtsbewusstsein so gut wie gar nicht vorhanden, da unser Schulwissen meistens bei den Römern aufhört und mit Karl dem Großen, dem ersten christlichen Kaiser, weitergeführt wird.
Zu dessen Ruhmestaten wird die Gründung des 'Heiligen Römische Reiches' gezählt. Nachdem die Merowinger-Dynastie gemeinsam von 'Staat und Kirche' ausgelöscht worden war, hatte der Große Karl das Reich im 8. Jh. in seiner bereits bestehenden Größe von den Merowingern lediglich 'übernommen'.


Ein verzerrtes Geschichtsbild unserer alten Kultur

Die Geschichte der Völker wurde jeweils von "Siegern" geschrieben, Über viele Jahrhunderte hat unsere mangelhafte Geschichtsschreibung daher zu Irrtümern geführt. Danach schien es vor der römischen Kolonisierung, insbesondere im Nordwesten des Kontinents, überhaupt keine nennenswerte Kultur gegeben zu haben, außer einer unzivilisierten, barbarischen Welt von Kelten und Germanen, die angeblich von den Römern 'kultiviert' wurde. Wir hatten jedoch eine erstaunliche keltisch-germanische Kulturgeschichte, die in Wahrheit von den Römern zerstört und größtenteils vernichtet wurde. Diese Vergangenheit unterscheidet sich vehement von dem, was den meisten Europäern der Gegenwart bewusst ist.

Die Herrscher der Merowinger-Dynastie, zwischen der Römerzeit und dem sich ausbreitenden Christentum, haben uns ein großes, bisher unbekanntes Erbe hinterlassen. Sie standen an der dramatischen Schnittstelle des neuen Glaubens und einer Jahrtausende alten Naturreligion, die man später "Heidentum" nennen wird, … verachtet, verfälscht und vergessen.

Zu Beginn ihrer Regentschaft waren die Könige, wie fast das ganze Europa, noch heidnisch; obwohl sie im 6. Jh. allmählich zum Christentum übertraten, hielten die meisten von ihnen noch lange an überkommenen Traditionen fest. Einst Herrscher über ein mächtiges Frankenreich, hatten sich die Merowinger keiner anderen weltlichen oder religiösen Macht zu fügen, ihre Herrschaft schloss beides ein. Ihr Königtum und die Einsetzung ihrer Könige musste von keiner Instanz bestätigt werden, das hatte sich auch nach der Einführung des Christentums nicht geändert.

Dem neuen Glauben gegenüber zeigten sie jedoch große Toleranz, die sich auf einer merowingischen Münze aus dem 7.Jh. niederschlägt.

Langfristig gesehen waren die Merowinger allein schon von ihrem Ursprung her, von der Art ihrer Herrschaft und spirituellen Kulturtradition, zum Feind einer Allianz geworden, die die religiöse und politische Vorherrschaft über das Abendland anstrebte. Daher wurde die Merowingerzeit von den Christen bewusst verzerrt oder gänzlich verschwiegen.

Die Merowinger werden 'wiederentdeckt'!

Erst in den letzten Jahren wurde das Thema der Merowinger in der aktuellen Literatur unserer Zeit auf die eine oder andere Weise wieder aufgegriffen. Durch die Romane von Dan Brown und durch die auflebende Forschung um den Heiligen Gral, durch genealogische Forschungen und durch archäologische Funde aus der Merowingerzeit wuchs das Interesse.

Doch bereits lange davor beflügelten die Merowingerkönige die Phantasie der Menschen. Sie waren von jeher von Legenden umgeben, von einem geheimnisvollen Nimbus, von Okkultismus und Magie.

Ihre Machtfülle und ihre als übernatürlich angesehenen Fähigkeiten führten zu vielen Spekulationen. Sie wurden als 'labile Schattenkönige' dargestellt, ihre Eroberungen, ihre Staatsführung und Herrscherqualitäten sprechen eine andere Sprache.

Historisch wurde die Herrschaft der Merowinger bisher nur im Bild der politischen Entwicklung Westeuropas dargestellt, ihre spirituelle Welt war unbekannt. Über ihrer Herkunft und über ihren tatsächlichen geisteswissenschaftlichen Ambitionen lag der Mantel des Schweigens.

Dazu die Autorin:

In dieses Dunkel wollte ich vordringen. Ich habe nach Klarheit gesucht, um den daraus resultierenden und bis heute gängigen, teilweise sehr merkwürdigen Vorstellungen und Meinungen über die Merowinger ein realistisches Bild gegenüberzustellen.

Aus meinen Nachforschungen ergab sich, dass die Macht und Durchsetzungskraft der Merowinger-Dynastie auf der Geistesgröße einer vergangenen Welt beruhte. Betrachten wir deren übernommene geistigen Traditionen, als Ausdruck und Charakter unserer ureigensten abendländischen Geisteshaltung in vorchristlicher Zeit, erkennen wir die Realität hinter dem als Okkultismus und Magie negativ und verfälscht dargestellten Nimbus der Könige.

Einige wesentliche Fakten leiteten mich bei meiner Spurensuche:

  • Die außergewöhnlichen Fähigkeiten, die man den Merowingern nachsagte, glichen den Aussagen der Römer über die keltischen Druiden, insbesondere Julius Caesar hatte sich (um 50 v.Chr.) in seiner De Bello Gallica ausführlich darüber ausgelassen.
  • Die Merowinger waren Nachfahren der Sugambrer, eines Stammes der Franken aus dem rechtsrheinischen Germanien, die nicht nur auf der politischen Ebene im Kampf gegen die römische Okkupation eine große Rolle gespielt hatten. Aus ihren Reihen ging eine geistige Elite hervor, und ich fragte mich, was geschehen ist, bis sie einige Jahrhunderte später als Dynastie der Merowinger in Gallien (Nordfrankreich) wieder in die Geschichte eintraten. Lebte dort das Wissen der Eingeweihten fort, und wie war ihr Vermächtnis zu finden?
  • Die Symbolik der merowingischen Kunst und die reichen Beigaben ihrer Gräber sowie geheimnisvoll verschlüsselte Legenden, deuteten auf einen Zeitraum hin, in dem die Wurzeln ihrer Geisteskultur lagen, nämlich in einem keltisch-germanischen Sakral-Königtum der vorchristlichen Zeit.